Gottesentzug - Leben in sinnleerem Raum?

Veranstaltungsnummer: 35

Religionen sind auf dem Vormarsch. Weltweit. Christliche und islamische Parolen munitionieren politisch agressive Bewegungen. Hindu-Nationalisten wiegeln das Milliardenvolk gegen die seit Jahrhunderten in Indien ansässigen anderen Religionen auf. Aber ist das Geheimnis der Welt überhaupt denkbar, erlebbar, oder entzieht es sich menschlichem Verstehen prinzipiell? Wie können wir leben in einer Welt, da alles möglich scheint und Grenzen - begriffliche, ästhetische, geographische - hinweggefegt werden?

Performatorischer Einstieg der Theaterakademie:
WOLFGANG BORCHERTS "DRAUSSEN VOR DER TÜR"

Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" handelt von einer zerfallenden Welt, in der Gott nur noch ohnmächtig auf seine Schöpfung blicken kann. Im Rahmen einer neuen Ausgabe von Religion kontrovers ist eine vielgelobte Aufführung des Metropoltheaters nun erstmals öffentlich an der Theaterakademie zu sehen. Das Thema lautet diesmal: Gottesentzug – Leben im sinnleeren Raum?

"Was Wolfgang Borchert seinerzeit an authentischer Leiderfahrung und an zorniger Resignation in wuchtigen Expressionismus gehämmert hat, wird hier in nur einer Stunde hoch verdichtet zu einer zeitlosen Anklage einer Jugend im wehrtauglichen Alter", schrieb die Abendzeitung zur Premiere im Juli. Die Produktion ist erarbeitet und gespielt von den Schauspiel-Studierenden Nora Schulte, Philip Lemke und Philipp Rosenthal.

Im Anschluss an die Aufführung diskutieren die Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Anne Koch und der Theologe Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel gemeinsam mit Prof. Dr. Michael von Brück, ob Gott für das Alltagsleben unserer Gesellschaft noch prägend sein kann.

Karten: Kartenverkauf der Bayerischen Staatstheater, Marstallplatz 5, Ecke Alfons-Goppel-Str.

Mit:

Prof. Dr. Anne Koch, Religionswissenschaftlerin und Leiterin der Religious Studies an der Universität Salzburg
Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel, lehrte von 1995 bis 2013 Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Tübingen. Zugleich war er stellvertretender Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung der Universität Tübingen.
Prof. Dr. Michael von Brück, Professor für Religionswissenschaft, LMU München und Universität Linz

Kooperationspartner:

Theaterakademie August Everding, München und Udo Keller Stiftung Forum Humanum, Hamburg

Termin:

Donnerstag, 12.10.2017, 19:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Evangelische Stadtakademie München

Kosten:

  • 10,00 €
  • 5,00 € (ermäßigt)