Einfühlung ins Leiden: Gequälte Körper im Kunstraum von Francis Bacons "Kreuzigung"

Bilddialoge zum Lutherjahr

Veranstaltungsnummer: 74
Aus der Reihe: Glaubensbekenntnisse

Eine Kreuzigung, wie sie der Titel von Francis Bacons 1965 entstandenem Werk ankündigt, ist ohne Frage ein christliches Thema. Ob der irische Maler allerdings ein Glaubensbekenntnis im Sinn hatte, ist fragwürdig. Vielmehr scheint es um eine radikale Vorführung zu gehen, die das Humane in einen geschändeten Klumpen Fleisch verwandelt, und dies an einem anonymen Ort. Dazu wählte der Maler mit der Darstellung einer Hakenkreuzbinde und einer Kokarde in den französischen Farben historische Anknüpfungspunkte. Wie beurteilen eine evangelische Theologin und ein katholischer Theologe den zerstörerischen Schöpfungsakt von Bacon? Im Rahmen der Bilddialoge zum Lutherjahr sprechen Jutta Höcht-Stöhr, Evangelische Stadtakademie, Rainer Hepler, Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising und Jochen Meister, Pinakothek der Moderne.

Anders als andere Reformatoren, die Bilder aus der Religion verbannen wollten, und anders als seine eigenen radikalen Anhänger im Bildersturm setzte Luther auf die Sprache der Bilder. Wir laden Sie zu Dialogen über Glaubensbekenntnisse in der Kunst ein. Welche Standpunkte zeigen die Maler? Und wie lesen wir die Bilder mit konfessionell unterschiedlich geprägten Augen? Weniger die historische Verortung als vielmehr die aktuellen Sichtweisen stehen im Vordergrund. Welche Rolle können Kunstwerke im Nachdenken über Glauben spielen?

Treffpunkt jeweils im Foyer des Museums mit Eintrittskarte.
Die Reihe wird bis Oktober 2017 fortgesetzt.

Mit:

Rainer Hepler, Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising
Moderation Jutta Höcht-Stöhr, Pfarrerin, Leiterin der Evangelischen Stadtakademie München
Jochen Meister, Leiter der Kunstvermittlung

Termin:

Donnerstag, 16.03.2017, 18:00 Uhr - 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40