Antisemitismus

Magazin der Evangelischen Stadtakademie München

Videomitschnitt: Zeit für Wunder – mit Rabbiner Dr. Henry Brandt

Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2021 luden wir ein zu einem Gespräch mit dem Zeitzeugen Rabbiner Dr. Henry Brandt „Zeit für Wunder“. Hier sehen Sie die Aufzeichnung des Zoom-Gesprächs.
Der Abend wurde moderiert von Dr. Andreas Heusler, Stadtarchiv München. Rabbiner Dr. Henry G. Brandt wurde 1927 als Heinz Georg in München geboren. Er war Zeuge des von den NS-Machthabern angeordneten Abrisses der Münchner (liberalen) Hauptsynagoge im Juni 1938, die er mit seinen Eltern regelmäßig besucht hatte. 1939 konnte er mit seiner Familie über England nach Palästina emigrieren. Während des Unabhängigkeitskrieges von 1948 diente er als Offizier in der Marine der israelischen Armee. Von 1951 bis 1955 studierte er in Nordirland Wirtschaftswissenschaften und wurde Marktanalytiker bei Ford in London. 1957 nahm er das Rabbinerstudium am Leo Baeck College in London auf, das er 1961 mit einer Ordination (Semicha) abschloss. Er war Rabbiner in Leeds und Genf sowie Gründungsrabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde „Or Chadasch“ in Zürich. Über Göteborg kam er zurück nach Deutschland. Er wurde Landesrabbiner von Niedersachsen und 1995 Landesrabbiner von Westfalen-Lippe. Nach seiner Pensionierung war er von 2004 bis 2019 Gemeinderabbiner in Augsburg, von 2004 bis 2019 Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz in Deutschland. Rabbiner Dr. Brandt gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des jüdisch-christlichen Dialogs in Deutschland; von 1985 bis 2016 war er jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, er ist Mitglied des Vorstandes der Buber-Rosenzweig-Stiftung und des Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Ehrungen unter anderem den Muhammad-Nafi-Tschelebi-Preis für jüdisch-muslimischen Dialog, den Israel-Jacobson-Preis, das Bundesverdienstkreuz I. Klasse, den Bayerischen Verdienstorden und den Estrongo Nachama Preis für Toleranz und Zivilcourage (2019).
    Live übertragen am 25.01.2021  

Der Kulturbegriff der extremen Rechten und die Strategie der AfD – Videoaufzeichnung

Videoaufzeichnung der Zoomkonferenz vom 26.11.2020 Das Verständnis der extremen Rechten von Kultur schöpft aus den Mythen und Konstruktionen um „Nationalcharakter“ und „Volksgeist“. Durch seine geschichtsphilosophischen Bezüge eignet sich der Begriff „Kultur“ besonders zur Konstruktion nationaler Identitäten und Abgrenzungen. Wie formuliert die AfD diesen Kulturbegriff in ihrer „Strategie 2019 – 2025“ aus und mit welchen politischen Interventionen versucht sie, ihn in Bundesländern, in denen sie stark im Landtag vertreten ist, umzusetzen? Mit welchen Gegenstrategien kann die Zivilgesellschaft für eine offene Gesellschaft eintreten? Dr. Volker Weiß, Historiker und Publizist, Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Autor von: Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes, 2017 Eric Wrasse, Pädagogischer Leiter, Stiftung Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar Kooperationspartner: Münchner Volkshochschule

Kurze Geschichte des Antisemitismus. Videoaufzeichnung

Prof. Dr. Peter Schäfer stellt sein Buch: "Die kurze Geschichte des Antisemitismus" im Gespräch mit Dr. Mirjam Zadoff vor. Aufzeichnung vom Livestream in der Evangelischen Stadtakademie vom 16.11.2020 Schon in der vorchristlichen Antike gab es Judenhass, Ghettos und Pogrome, doch erst die neutestamentlichen Schriften schufen mit ihrer Gegnerschaft zum Judentum die Voraussetzungen für Ritualmordlegenden und Verfolgungen im christlichen Mittelalter. Das 19. Jahrhundert begründete den Antisemitismus rassistisch, und allzu viele waren zur Zeit des Nationalsozialismus bereit, sich an der „Endlösung der Judenfrage“ zu beteiligen oder schauten lieber weg. Man hätte meinen können, dass der Schock des Massenmordes die Verhältnisse grundlegend verändert hätte, doch rechte wie linke Ideologien und Antizionismus dringen seit Jahren mit antisemitischem Gepäck in die Mitte der Gesellschaft vor und bereiten den Boden für neue Gewalt. Gibt es Muster und Grunddynamiken, die den Antisemitismus über alle Epochenbrüche hinweg bestimmen? Prof. Dr. Peter Schäfer lehrte als Judaist an der FU Berlin und der Princeton University und war bis 2019 Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Derzeit ist er als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München. Sein jüngstes Buch "Kurze Geschichte des Antisemitismus", das wir an diesem Abend vorstellen, erschien 2020 im Verlag C.H.Beck im Gespräch mit Dr. Mirjam Zadoff, Historikerin und Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München. Kooperationspartner Jüdisches Museum München und Verlag C.H.Beck

Ronen Steinke: Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt

Online-Buchpräsentation und Gespräch mit Ronen Steinke und Mirjam Zadoff
In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich. Der Staat hat zugelassen, dass es so weit kommt – durch eine Polizei, die diese Gefahr nicht effektiv abwehrt, sondern verwaltet; durch eine Justiz, die immer wieder beschönigt. Im Gespräch mit Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München) berichtet der Autor Ronen Steinke vom jüdischem Leben im Belagerungszustand und diskutiert, was sich in Deutschland ändern muss und warum der Staat versagt hat.
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