Erschüttert.

Der Souverän zwischen Panik und Verdrängung

Veranstaltungsnummer: 116

Die Widersprüche zwischen den idealtypischen Lebenskonzepten des werthaltigen und doch wohlstandssatten Mitteleuropäers und der globalen Wirklichkeit extremer ökonomischer und ökologischer Unwuchten sind eigentlich nichts Neues. Und doch scheinen erst die Bilder des anstürmenden Elends hunderttausender Flüchtender Bewegung ins erstarrte Gemüt gebracht zu haben. Es bilden sich zahlreiche hektische Narrative, die Erklärungen versuchen. Aber generell scheint es, als wäre das Volk als SOUVERÄN überfordert, die komplexe Wirklichkeit mit demokratischen Mitteln in den Griff zu bekommen und reagiert mit Verweigerung oder der Hinwendung zu autoritären, simplifizierenden, demagogi-schen Verführern.

Mit Cornelia Koppetsch und Stephan Lessenich haben wir zwei ausgewiesene Diagnostiker der gegenwärtigen Krisensymptome eingeladen. Sie werden ihre Bewertungen der Lage in einem Dialogvortrag zu vertiefen, der die Lebenslügen und Widersprüche linksliberaler Lebensführung beleuchtet:
Ist es die Angst vor einer Welt am Abgrund, die uns lähmt und uns in erschöpfte Konformität drängt? Oder ist die Rede von der Angst nur ein wohlfeiler Ablenkungsversuch, uns unserer eigenen Verantwortung zu stellen - oder wie es Stephan Lessenich ausdrückt: "Der Phantomschmerz des Wohlstandsbürgers"?

Mit:

Prof. Dr. Cornelia Koppetsch, Professorin für Geschlechterverhältnisse, Bildung und Lebensführung, Institut für Soziologie, TU Darmstadt
Stephan Lessenich, Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziale Entwicklungen und Strukturen, Direktor des Instituts für Soziologie, LMU
Horst Konietzny, Moderation

Kooperationspartner:

BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung

Termin:

Dienstag, 25.07.2017, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Evangelische Stadtakademie München

Kosten:

  • 7,00 €