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Abgesagte Tagung - Nahostpolitik im Spannungsdreieck

Von 12.-14. Mai 2017 hätte in der Evangelischen Akademie Tutzing die Tagung "Nahostpolitik im Spannungsdreieck. Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für deutsche Politik?" stattfinden sollen, die in einer einjährigen Kooperation mit uns und der Petra-Kelly-Stiftung erarbeitet worden war. Eingeladen waren v.a. vier israelisch-palästinensische Gruppierungen, die auch heute noch zusammenarbeiten. Dies ist schwierig, da sie sich in Israel und Palästina selbst wegen der Gebietsgrenzen nicht mehr direkt treffen können. Umso mehr hatten sie sich auf die Begegnung in Tutzing gefreut. Zu ihnen gehören die "Combatants for Peace", ehemalige israelische Soldaten und Palästinenser, die einst gewaltsam kämpften, aber sich von der Gewalt abgewandt haben. Für 2017 sind ihre Gründer für den Friedensnobelpreis nominiert. Zu den Gruppierungen gehören auch "Parents Circle", Eltern beider Gesellschaften, die jeweils ein Kind in der gewaltsamen Ausenandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern verloren haben. Ebenso "Friends of Roots", die in der überraschenden Konstellation von Siedlern und Palästinensern zusammenarbeiten und das Narrativ des Konflikts verändern: Sie beide sagen nicht: "Das Land gehört uns", sondern: "Wir gehören beide zu diesem Land". Und zu ihnen gehört "Two States, One Homeland" mit der Vision einer föderativen Zweistaatenlösung, in der die Bürger das Wahlrecht haben, in welchem der beiden Staaten sie leben möchten.  -  All diese Initiativen entfalten in ihren Programmen Vorschläge, die Gewalt ablehnen und auf Versöhnung und Zusammenarbeit setzen. In ihrer Dialogbereitschaft liegt innovatives Potential. In ihren eigenen Gesellschaften wird die Zusammenarbeit oft als "Kollaboration mit dem Feind" empfunden. Doch sie bieten den Gegenentwurf zu Gewalt, Abschreckung, Boykott und Kontaktabbruch. Wir bedauern sehr, dass sich Akademiedirektor Udo Hahn kurz vor Ostern für die Absage der Tagung entschieden hat, weil äußerer Druck auf ihn ausgeübt wurde. Ob die Tagung nur verschoben ist und mit einem erweiterten Referentenspektrum nachgeholt wird, steht dahin.

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